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  • Susanne

Minimalismus in der Kindererziehung

Aktualisiert: 20. Sept 2018

7 Tipps für den entspannten Umgang mit der Erziehung Ihrer Kinder.

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  1. Werte in der Erziehung: anfangs stelle ich Ihnen eine Aufgabe. Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und schreiben Sie fünf Punkte auf, die Ihnen in der Erziehung Ihres Kindes wichtig sind. Was wollen Sie Ihrem Kind vermitteln? Ehrlichkeit, Anstand, Mut , Verwegenheit, Klugheit. Welcher Mensch soll es werden? Dieses Wissen zeigt Ihnen, was Sie antreibt in Ihren Erziehungshaltungen.

  2. Struktur gibt Halt! Klare Regeln geben den Kindern Sicherheit . Streng, aber herzlich- so lautet die Zusammenfassung aller Studienergebnisse über erfolgreiche Erziehungsstile. Entwickeln Sie Rituale, die immer gleich ablaufen, und sich angepaßt an das Alter Ihres Kindes weiterentwickeln. Auf eine klare Haltung kann sich Ihr Kind verlassen, und es kann sich dagegen auflehnen, protestieren , mit Ihnen diskutieren. Daran wächst die Persönlichkeit Ihres Kindes.

  3. Der Vergeich macht Sie unsicher! Es geht oft um den Vergleich mit anderen Kindern. Rosa klettert geschickter als meine Tochter- brauchen wir Motopädagogik? Mein Kind ist viel größer /kleiner als andere- stimmt da etwas nicht? Kinder sind verschieden, in ihrem Temperament , in ihrer körperlichen Entwicklung, in ihrer Art zu kommunizieren. Es ist einzigartig, also nicht zu vergleichen. Hören Sie schon heute damit auf!

  4. Erziehungsratgeber. Wieviele Ratgeber zu Erziehung haben Sie seit der Geburt Ihres Kindes gelesen? Auf wievielen Foren sind Sie registriert , ehrlich? Durchforsten Sie jedes einzelne Buch nach seiner Wirkung . War es hilfreich für Sie, hat es Ihnen gute Ideen vermittelt, dann behalten Sie es. Hat es Sie unsicher gemacht, gestreßt? Dann werfen Sie es bitte weg!

  5. Weniger ist mehr. Wenn ich die Terminpläne der Kinder sehe, dann wird mir ganz schwindelig, und manchen Kindern auch. Ihr Kind muß nicht drei Sprachen können, damit es in unserer Gesellschaft bestehen kann. Fördern Sie Ihr Kind, aber überfordern Sie es nicht. Durchforsten Sie den Kalender Ihres Kindes und streichen Sie ein paar Sachen. Ihr Kind soll Zeit fürs Herumlaufen im Garten haben, fürs Träumen, fürs Kuscheln mit den Eltern-alles ganz wichtig!

  6. Veränderung braucht Zeit. In der Entwicklung eines Kindes gibt es manchmal schwierige Phasen, die je nach Kind unterschiedlich lange dauern. Zum Beispiel Regeln akzeptieren lernen, Selbständigkeit entwickeln. Ihr Kind braucht Ihre Unterstützung bei diesen Schritten der Entwicklung, das ist anstrengend, aber lohnend. Bleiben Sie dran.

  7. Fehlermangement: Ihre Kinder werden Ihnen irgendwann vorwerfen, was Sie als Eltern falsch gemacht haben, ziemlich sicher. „Du warst nicht da für mich. Du hast dich zu wenig um mich gekümmert. etc“ Stellen Sie sich deswegen gleich darauf ein, dann ist es später nicht mehr so schlimm . Aber ganz ehrlich- nachher weiß man es immer besser. Sie haben Fehler gemacht und würden es in der Rückblende anders machen. Seien Sie bitte milde zu sich!


Fallbeispiele:*


Mutter mit einem 6 Monate alten Baby: „ Wissen Sie, wenn ich mit meinem Sohn alleine bin, dann bin ich mir immer ganz sicher, dass ich alles richtig mache . Wenn ich rausgehe, und die anderen treffe, und höre, was sie zu meinem Kind sagen, dann werde ich unsicher. Dann kenne ich mich garnicht mehr aus und werde ganz unsicher.“
Vater mit einem 13 jährigen Sohn, der in einer Elternberatung folgendes erzählt. Es hätte einen Vorfall mit seinem Sohn, Moritz , gegeben, der ganz ausgerastet ist, weil er ihm das falsche Heft für die Hausübung hergerichtet hat. Der Vater wird beim Erzählen ganz leise und defensiv, er hätte sich dann eh bei ihm entschuldigt. Der Vater ist ein großer, attraktiver und beruflich sehr erfolgreicher Mann. Ich frage ihn, ob er das Verhalten von einem Geschäftspartner auch akzeptieren würde. Er verneint. Wir besprechen, was ihn an Moritz ärgert, wann seine Grenzen überschritten werden, was er dann tun kann.

* Alle Fallbeispiele in meinem Blog sind entweder frei erfunden ( angeregt aus meinen Beratungen ) oder sind aus einem Gespräch zitiert, was nur mit Einverständnis der betroffenen Personen passiert. Selbstverständlich werden alle Passagen soweit verändert, dass die Identität der Person nicht erkennbar ist. Ich danke an dieser Stelle allen PatientInnen für Ihr Vertrauen in mich und Ihren Mut, dass mit anderen LeserInnen zu teilen. Weiters möchte ich allen Eltern, FreundInnen und Schreibtrainerinnen danken, die mich ermutigt haben, diesen Blog zu schreiben.


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Dr. Susanne Skriboth-Schandl
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